Österreichische Aktien haben noch viel Nachholpotential.


Die Österreichische Raiffeisen Capital Management lud am 24. Februar 2011 institutionelle Investoren zum "Investmentlunch" in die Wiener Ze...

Die Österreichische Raiffeisen Capital Management lud am 24. Februar 2011 institutionelle Investoren zum "Investmentlunch" in die Wiener Zentrale. Themen der diesjährigen Auftaktveranstaltung waren "Frühjahrsprognosen 2011" sowie "20 Jahre ATX - investieren in österreichische Aktien" Nach einleitenden Worten von Raiffeisen Capital Management Geschäftsführer Mag. Gerhard Aigner (Bild oben) wagte Lydia Kranner von Raiffeisen Research im ersten Vortrag einen Blick in die Kristallkugel und prognostizierte einen breiten Konjunkturaufschwung, der durchaus noch länger anhalten sollte. Kranner warnte jedoch, dass im Vergleich zu früheren Konjunkturerholungen - insbesondere in den USA - der Anstieg der privaten Konsumausgaben nur mit halber Kraft erfolge, begründet mit einem mauen US-Arbeitsmarkt. Kranner brachte es auf den Punkt: "Der US-Arbeitsmarkt bleibt die Achillesferse der Konjunkturerholung!"

Auch die Beurteilung der Wirtschaftserholung in Europa fällt gemischt aus: Während Deutschland und im Schlepptau Österreich als Konjunkturlokomotive agierten, müssen die "PIIGS" auf 2012 hoffen, um Wachstum jenseits der Ein-Prozent-Grenze vermelden zu dürfen. Thematisiert wurde ferner ein etwas stärkerer Anstieg der Inflation, bedingt durch die jüngsten, politisch bedingten Ölpreisanstiege. Die Experten und Exoertinnen von Raiffeisen Research erhöhen daher ihre Inflationserwartungen von jüngst 2,3 auf aktuell 2,5 Prozent. Da der Geldschöpfungsmultiplikator trotz Geldmengenausweitungen seitens der Zentralbanken (noch) nicht funktioniert sowie die Kapazitäten noch nicht ausreichend ausgelastet sind, droht jedoch (noch) keine unmittelbare Inflationsgefahr. Daher wird weiterhin eine expansive Zentralbankpolitik erwartet - zumindest in den nächsten Wochen und Monaten. Kranner ließ die Anwesenden aber wissen, dass sie und ihre Kollegen diesbezüglichen Einschätzungen gerade überarbeiten und ab Herbst mit Zinserhöhungen rechnen. Investoren sollten insbesondere die Anleihenabreifungen des aktuellen Jahres im Hinterkopf behalten, die sich allein bei den PIIGS-Staaten in Summe 441 Milliarden Euro belaufen.

Zum Vergleich: Für 2012 bis 2014 belaufen sich diese Rückzahlungen lediglich auf 296,5/ 223,7/ 162,6 Milliarden - ein gravierender Unterschied. Auf Seite der Unternehmensanleihen ortete Kranner weiterhin Potential: "Die Risikoprämien haben noch Potential nach unten." Aber nicht nur Anleihen von Unternehmen scheinen aussichtsreich, auch deren Aktien trauen die Experten von Raiffeisen Kursgewinne zu: So könnte der DAX durchaus über 8.000 Punkte marschieren und der Dow Jones an die 13.000 Punkte herankommen. Schwellenländermärkte könnten im ersten Halbjahr 2011 zwar unter Inflations- und Zinserhöhungen leiden, diese eröffne mutigen Investoren gute Einstiegsgelegenheiten. *Einflussfaktoren für Aktien* p<>. Kurstreibend wirken eine reichliche Liquiditätsversorgung sowie hohe Unternehmensgewinne, an denen die Aktionäre durch höhere Ausschüttungen profitieren sollten. Angesichts der erwartenden Gewinnsteigerungen sinkt jedoch die Überraschungsdynamik. Fundamental gelten die Bewertungen als günstig, wobei Europa deutlich billiger als die USA ist. Weiterhin kommt Unterstützung von der bereits erwähnten Konjunkturdynamik.

Die Staatsschuldenkrise wird als negativer Einflussfaktor weiterhin für Unsicherheiten bei den Marktteilnehmern sorgen. Österreichische Aktien sind aussichtsreich und billig Davon überzeugt ist Herbert Perus, Abteilungsleiter Globale Aktien bei Raiffeisen Capital Management. Seinen Vortrag leitete der Verfechter eines Value-orientierten Ansatzes mit den Worten ein: "Aktien sind zurzeit nicht beliebt!". Den neugierigen Zuhörern gab er auch gleich die Begründung: Aktien sind dies deswegen nicht, weil sie bewertungstechnisch sehr günstig seien. Vor allem Europäische Aktien, und dabei insbesondere Österreichische Aktien, sind immer noch billig. "Im Moment kräht kein Hahn nach Aktien", monierte Experte Perus und beklagte, dass institutionelle Investoren in Aktien, vor allem in Europäischen Dividendentiteln, untergewichtet sind und stattdessen Schwellenländerpapiere in Mode seien. Vor allem die immer häufigere Entscheidung Institutioneller gegen Direktinvestments in Aktien oder aktiv gemanagten Fonds und anstelle dessen für ETFs und zum Teil Zertifikate findet wenig Gnade vor Peraus Augen. Den Anwesenden brachte er als Lösung den aktiv gemanagten, fundamental investierenden hauseigenen Aktienfonds "Raiffeisen"Österreich"Aktien" (Fondsmanager Günther Schmitt) näher.

Das Produkt ist laut Perus der einzige Fonds seiner Peergroup, der von Citywire das begehrte "AAA" erhielt. Aber nicht nur ein Erwerb des Fonds scheint aussichtsreich, auch seinem Anlageuniversum "Österreichische Aktien" winken steigende Notierungen. Österreich profitiert wirtschaftlich sowohl vom deutschen Wirtschaftsaufschwung als auch vom Comeback Osteuropas. Dank einer "Brückenkopffunktion" können Investoren mittels österreichischer Unternehmen, die rund 60 Prozent ihrer Erträge im Osten generieren, die "Ost"-Karte in Eurowährung spielen. *Im Osten geht die Sonne auf* p<>. Osteuropa sollte von internationalen Investoren nicht unterschätzt und mit neuen Augen gesehen werden. Diese Märkte entwickelten sich zu stabilen, teilweise prosperierenden Volkswirtschaften, die nicht mehr als "Emerging Markets" betrachtet werden sollten.

So rutschte beispielsweise Polen während der Finanzkrise nicht in die Rezession und auch Tschechien hielt sich tapfer, Ungarn wird als negativer Ausnahmefall gesehen. Osteuropa profitiert einerseits von einer geringeren Verschuldung im Vergleich zu Westeuropa, andererseits vom höheren Wirtschaftswachstum (Ausnahme: Rumänien). Die positiven Aussichten sind jedoch noch nicht eingepreist, meinte Perus. In der Tat: Fundamental gesehen sind Österreichische Aktien im Vergleich zum Vorjahr sogar günstiger geworden. Dank Gewinnsteigerungen im Bereich von jeweils rund 30 Prozent für 2010 und 2011 relativiert sich ein Anstieg des ATX von 16,4 Prozent im Jahr 2010. p<>. Die Bewertungen im Detail: Aktuell notieren Österreichische Aktien mit einem KGV von 11,6 (historischer Durchschnitt: 12,2), wobei das KGV während des letzten Konjunkturaufschwungs (2003-2007) Werte von bis zu 15 erreichte. Ein Kurs/ Buchwertverhältnis von 1,27 sowie ein ROE in Höhe von 11 Prozent können keinesfalls als teuer, eher schon als günstig bezeichnet werden.

Auch Dividendenjäger kommen am Wiener Schottenring auf ihre Rechnung: So erwartet Raiffeisen Capital Management einen Anstieg der ATX-Dividendenrenditen von aktuell 2,61 Prozent auf 3,08 Prozent (2011) und 3,52 Prozent (2012), bedingt durch höhere Ausschüttungen seitens der Unternehmen - und keinen fallenden Kursen geschuldet. Fazit von Perus: "Langfristig gesehen gibt es noch viel Potential nach oben - speziell bei steigenden Gewinnen." Ein Blick auf den Chart des ATX bestätigt Perus: So notieren Österreichs Aktien im Schnitt noch immer 40 Prozent unter ihren All Time Highs, während Aktienindizes anderer Länder ihre Hochs zum Teil wieder erreichten...

(c)Lydia Kranner/Money/Presseagentur